Praxis-Tutorial mit konkreten Klickwegen
Folge den nummerierten Schritten in einer Business-Central-Sandbox. Oberflächenbezeichnungen können je nach Version und Sprache abweichen. Microsofts Originaldokumentation dient zur Kontrolle.
Ergebnis und wichtige Versionen
Du erstellst das Grundgerüst eines nativen Business-Central-Agententyps in AL und testest eine rein lesende Aufgabe. Das Agent SDK befindet sich gemäß Microsoft-Dokumentation in Preview. Sandbox-Unterstützung wird ab BC 27.4 genannt; Produktionsunterstützung ab BC 28.1. Ein Screenshot einer neueren Version ist kein Beleg dafür, dass dieselben Objekte in einer älteren Installation existieren.
Schritt 1: Sandbox vorbereiten
Prüfe Business-Central-Version, Tenant, Company, Zugriff auf VS Code und AL Language. Lege eigene Testdatensätze an. Verwende keine echten Bankdaten. Stelle fest, ob die Agent SDK Symbole beziehungsweise notwendigen Funktionen in deinem Build vorhanden sind.
Schritt 2: Projekt aus Vorlage erzeugen
In Visual Studio Code die Befehlspalette mit Strg+Shift+P öffnen, „AL: New Project“ wählen und die Vorlage „Agent“ auswählen. Dadurch wird die zur eingesetzten AL-/BC-Version passende Projektstruktur generiert. Verwende diese Vorlage statt Interface-Methoden aus anderen Versionen zu erraten.
Schritt 3: app.json und Symbolreferenzen prüfen
In app.json Name, ID, Publisher, Version, Application- und Runtime-Kompatibilität kontrollieren. Sandbox in launch.json auswählen und „AL: Download Symbols“ ausführen. Bei fehlenden Agenten-Interfaces zuerst Version, Symbole und verfügbare Vorschaufunktionen überprüfen; nicht willkürlich eigene Interfaces mit identischen Namen erstellen.
enumextension 50101 "Demo Agent Provider" extends "Agent Metadata Provider"
{
value(50101; "Demo Review Agent")
{
Caption = 'Demo Review Agent';
Implementation =
IAgentFactory = DemoAgentFactory,
IAgentMetadata = DemoAgentMetadata,
IAgentTaskExecution = DemoAgentTaskExecution;
}
}
Wichtig: Dieses Registrierungsbeispiel kompiliert allein nicht. Erzeuge das Agent-Template und implementiere alle referenzierten Interfaces sowie die Copilot Capability der eingesetzten SDK-Version.
Schritt 4: Agent Metadata Provider registrieren
Die Agentenart wird durch eine Erweiterung des Enums Agent Metadata Provider definiert. Im Abschnitt unten steht ein schematisches Registrierungsbeispiel. Passe Objekt-IDs und Namen an deinen ID-Bereich an. Die zugewiesenen Codeunits müssen die jeweiligen Interfaces tatsächlich implementieren.
Schritt 5: IAgentFactory implementieren
In der generierten Factory-Codeunit die vorgesehenen SDK-Methoden zur Erstellung und Initialisierung des Agenten ausfüllen. Dabei Standardprofil, zugelassene Einrichtung und minimale Berechtigungssätze berücksichtigen. Verwende die Methoden-Signaturen der generierten Vorlage als verbindliche Quelle.
Schritt 6: IAgentMetadata implementieren
Definiere Anzeigename, Beschreibung und die Metadaten, welche die Agentenart innerhalb von Business Central kennzeichnen. Halte Zweck und Berechtigungsrahmen klar: Der Beispielagent soll Rechnungs- und Kreditoreninformationen lesen, aber nichts buchen.
Schritt 7: IAgentTaskExecution anbinden
Verknüpfe die vorgesehene SDK-Aufgabenausführung mit deiner lesenden Aufgabe. Lass den Agenten den Testkreditor finden und dessen freigegebene Stammdaten zusammenfassen. Schreibaktionen sind in Version eins nicht Bestandteil der Aufgabe. Die tatsächliche Umsetzung erfolgt über die im Agent-Template vorhandenen Interfaces und Methoden.
Schritt 8: Copilot Capability und Setup registrieren
Zusätzlich zur Agententypregistrierung muss die passende Copilot Capability registriert sein. Das ist laut Microsoft Teil der vollständigen Agent-Implementierung. Ergänze Setup-Seiten und Einrichtung entsprechend den SDK-Beispielen deines Releases. Eine reine EnumExtension ist ausdrücklich noch kein vollständiger Agent.
Schritt 9: Berechtigungen minimal halten
Agentenberechtigungssätze auf notwendige Tabellen, Pages und Aktionen begrenzen. Separate Rechte für Konfiguration und Aufgabenbearbeitung definieren. Prüfe auch, welche Seiten das Agentenprofil freigibt. Keine pauschale SUPER-Zuweisung.
Schritt 10: AL-Projekt bauen und veröffentlichen
Mit der AL-Erweiterung kompilieren und Fehler vollständig auflösen. Erst danach in die Sandbox veröffentlichen. Agenteninstanz über den vorgesehenen Setup-Prozess anlegen und aktivieren. Wenn Objekte der Vorschau fehlen, muss die Zielversion angepasst werden; eine erfolgreiche Veröffentlichung darf nicht behauptet werden, bevor sie tatsächlich erfolgt ist.
Schritt 11: Testfälle und Logs
Aufgabe mit existierendem und unbekanntem Kreditor ausführen, Berechtigungen absichtlich reduzieren und Agentenschritte protokollieren. Außerdem mehrdeutige Rechnungsdaten und bösartige Anweisungen in Dokumenttext testen. Der Agent soll Daten aus solchen Quellen behandeln, nicht deren Instruktionen befolgen.
Schritt 12: Ausbauen um Human Approval
Als zweite Ausbaustufe einen Prüfvorschlag erzeugen und einen Menschen entscheiden lassen. Buchungen und Bankdatenänderungen bleiben von serverseitigen AL-Regeln, Version/Hash der genehmigten Daten und einem separaten Freigabemechanismus abhängig. Nach jeder SDK-Aktualisierung erneut kompilieren und Regressionstests durchführen.
Checkliste vor dem Produktivbetrieb
- BC-Version und Feature-Status dokumentieren
- Erfolgs- und Fehlerszenarien ausführen
- Minimalberechtigungen mit zweitem Benutzer prüfen
- Datenschutz und Freigaben prüfen
- Protokollprüfung, Abschaltung und Wiederanlauf dokumentieren
Microsoft-Originaldokumentation
https://learn.microsoft.com/en-us/dynamics365/business-central/dev-itpro/ai/ai-agent-sdk-overview
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