Praxis-Tutorial mit konkreten Klickwegen
Folge den nummerierten Schritten in einer Business-Central-Sandbox. Oberflächenbezeichnungen können je nach Version und Sprache abweichen. Microsofts Originaldokumentation dient zur Kontrolle.
Zielarchitektur
Ein Copilot-Studio-Agent kann über den Business Central MCP Server freigegebene BC-API-Objekte als Tools verwenden. Wir konfigurieren zuerst nur lesende Werkzeuge für Kreditoren oder Artikel. Es gibt keine Berechtigung, Bankdaten zu ändern, Datensätze zu löschen oder Belege zu buchen.
Schritt 1: Voraussetzungen prüfen
Du benötigst Business Central mit verfügbarer MCP-Server-Funktion, eine berechtigte Copilot-Studio-Umgebung und einen Benutzer mit MCP – ADMIN oder gleichwertigen Rechten in Business Central. Prüfe aktuelle Verfügbarkeit, Lizenzierung und Authentifizierungsweg. Bereite fiktive Stammdaten und eine Testgesellschaft vor.
Schritt 2: API-Objekte prüfen
Öffne die Microsoft-Standard-API-Dokumentation und wähle nur Entitäten, die du benötigst. Für eigene Felder kann eine lesende API Page oder API Query nötig sein. Teste die API separat mit einem berechtigten Identitätskontext. Wenn bereits die API nicht verfügbar ist, hilft die MCP-Konfiguration allein nicht.
Schritt 3: MCP-Konfigurationsseite öffnen
In Business Central über Alt+Q nach „Model Context Protocol (MCP) Server Configurations“ suchen. „Neu“ auswählen und als Namen beispielsweise InvoiceAgentReadOnly eingeben. In der Beschreibung den Testzweck und die verwendete Gesellschaft dokumentieren.
Schritt 4: Konfiguration zunächst deaktiviert lassen
Den Schalter Active aus lassen, solange du Optionen bearbeitest. Microsoft dokumentiert, dass aktive Konfigurationen zur Bearbeitung zuerst deaktiviert werden müssen. Das verhindert versehentliche Veröffentlichung halbfertiger Tools.
Schritt 5: Nur Leserechte zulassen
API Tools aktivieren und die benötigten API-Objekte auswählen. „Unblock Edit Tools“ ausgeschaltet lassen. Pro Tool nur Allow Read erlauben; Create, Modify, Delete und Actions nicht aktivieren. Eine Schreibfunktion erst in einem getrennten, ausdrücklich genehmigten Projekt hinzufügen.
Schritt 6: Discovery-Modus kontrollieren
Die eingebaute Default-Konfiguration kann Dynamic Tool Mode und Read-Only Object Discovery aktiviert haben. Für einen streng begrenzten Test eine benannte eigene Konfiguration verwenden und die verfügbare Toolliste kontrollieren. Dynamic Mode und zusätzliche Discovery abschalten, wenn du ausschließlich die explizit geprüften Tools anbieten willst.
Schritt 7: Company- und Benutzergrenzen festlegen
Bestimme eine konkrete Company für den Test und nutze einen Benutzer mit minimalen Business-Central-Rechten. Auch wenn MCP ein Tool auflistet, muss der aufrufende Benutzer den Datensatz tatsächlich lesen dürfen. Teste den Zugriff mit einem zweiten Konto ohne die nötigen Rechte.
Schritt 8: MCP-Konfiguration aktivieren
Alle Objekte und Operationen noch einmal prüfen, dann Active einschalten. Konfigurationsnamen exakt notieren. Falls die Konfiguration später geändert werden soll, zunächst wieder deaktivieren.
Agentenanweisung:
Lies ausschließlich autorisierte Kreditoren- und Artikeldaten der ausgewählten Firma. Keine Datensätze erstellen, ändern, löschen oder buchen. Bei uneindeutigen Treffern nachfragen.
Schritt 9: Copilot Studio Agent erstellen
Copilot Studio öffnen, neuen Agenten erstellen und eine kurze Zweckbeschreibung eintragen: „Lese freigegebene BC-Kreditoren und erkläre ihre Stammdaten. Keine Änderungen.“ Eine passende Business Central MCP-Verbindung als Tool hinzufügen und Environment, Company und die benannte MCP-Konfiguration auswählen.
Schritt 10: Toolsynchronisation und Testanfrage
Die Toolliste im Agenten aktualisieren. Prüfe jedes sichtbare Werkzeug: Herkunft, API-Objekt, Operation und Rechte. Testfrage: „Zeige mir den fiktiven Kreditor V1000 und seinen Namen.“ Prüfe die tatsächliche Toolausführung und ob das Ergebnis aus Business Central stammt.
Schritt 11: Sicherheits- und Negativtests
Frage nach unbekanntem Kreditor, einer anderen Company, einer Bankdatenänderung und einer Buchung. Leserechte dürfen sich dadurch nicht zu Schreibrechten erweitern. Wiederhole die Tests mit einem nicht berechtigten Benutzer. Dokumente oder andere Toolantworten dürfen dem Agenten keine neuen Berechtigungen geben.
Schritt 12: Erweiterung um einen kontrollierten Freigabeworkflow
Für Rechnungsprüfung ergänze einen gesonderten Validierungsdienst mit berechneten Summen und eine Review-Aufgabe. Jede schreibende Operation muss über eine fachlich abgesicherte BC-API oder einen Backend-Service laufen, der Berechtigungen, Mandant, Dokumentversion und menschliche Freigabe überprüft. Protokolliere Toolnamen, Correlation-ID, Ergebnisse und Fehler ohne Tokens oder vertrauliche Rohdaten.
Alternative: Eigener .NET-Agent statt Copilot Studio
Ein .NET-Agent kann denselben kontrollierten Zugriff über genehmigte BC-APIs oder einen MCP-Client nutzen. Dafür benötigst du eigene Tokenverwaltung, Agentenorchestrierung, serverseitige Tool-Policies, Statusspeicherung, Monitoring und Kostenlimits. Dieser Weg bietet maximale Kontrolle, ist aber deutlich mehr Eigenentwicklung als das Copilot-Studio-Tutorial.
Checkliste vor dem Produktivbetrieb
- BC-Version und Feature-Status dokumentieren
- Erfolgs- und Fehlerszenarien ausführen
- Minimalberechtigungen mit zweitem Benutzer prüfen
- Datenschutz und Freigaben prüfen
- Protokollprüfung, Abschaltung und Wiederanlauf dokumentieren
Microsoft-Originaldokumentation
https://learn.microsoft.com/en-us/dynamics365/business-central/dev-itpro/ai/configure-mcp-server
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